Coronakrise in Nepal

Coronakrise in Nepal

Seit dem 24. März gibt es in Nepal einen vollständigen Lockdown.

Die Infektionszahlen waren lange relativ gering, steigen aber seit 2 Wochen zunehmend an. Offiziell verzeichnet Nepal jetzt (Stand: 31. Mai 2020) 1402 bestätigte Fälle. Bisher hat sich Covid-19 in 53 von 77 Distrikten verbreitet. Am 16. Mai wurde der erste Todesfall aufgrund der Viruserkrankung bestätigt, inzwischen sind sieben Personen gestorben.

Lebensmittelgeschäfte öffnen meist ein paar Stunden am Morgen und am Abend. Apotheken und Banken sind geöffnet. Die Bevölkerung soll zuhause bleiben und nur bei sehr notwendigen Anlässen das Haus verlassen. Die Schulen und die Grenzen zu Indien und China sind geschlossen.

Das Kinderdorf Olgapuri der Nepal Youth Foundation ist komplett für Außenstehende geschlossen; so leben die Kinder und Jugendlichen gewissermaßen in Quarantäne mit ihren Hauseltern und damit in einer sehr sicheren Situation.

Für die Kinder findet 2-4 Stunden online und intern Unterricht statt; zudem gibt es die unterschiedlichsten Aktivitäten: Gartenarbeit, Kochen, kreative Angebote, sportliche Aktivitäten, handwerklicher Unterricht und natürlich freie Zeit zum Spielen.

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Weitere Programme werden zum Teil im Home Office weitergeführt:

Ankur, die Beratungsstelle bietet online Beratung für Kinder und Familien, Training und Supervision für Personen im Gesundheitssystem in unterschiedlichen Bereichen( Gewaltprävention in Familien, psychische Belastungen, psychische Erkrankungen) und selbstverständlich für die Kinder und Hauseltern in Olgapuri an.

Die NYF arbeitet auch mit der Regierung an länger konzipierten Hilfsprogrammen für belastete Familien.

Das Ernährungszentrum (NRH)und das New Life Center (NLH) sind zur Zeit geschlossen; hier wohnen jetzt 21 Collegestudenten, die nicht nach Hause zurückkehren konnten.

Als Folge des Lockdowns leiden vor allem die Ärmsten unter den Folgen.  Imbissstandbetreiberinnen, Riksha- und Taxifahrer, Träger sowohl in der Stadt wie auch im Tourismus usw. können es sich nicht leisten, auch nur einen einzigen Tag nicht zu arbeiten. Und durch die Einschränkungen fallen alle dies Arbeiten jetzt einfach weg. Viele sind von Hunger bedroht.

Um hier zu helfen, hat die NYF folgendes Hilfsprogramm aufgelegt:

Im Gesundheitsbereich gibt es folgende 3 Programme:

  1. Betrieb von „Nutrition Kitchen“, angesiedelt in medizinischen Grundversorgungs- und Gemeindezentren. Dieses Programm, das bereits während der Erdbebenhilfe eingerichtet war, verteilt warmes Mittagessen in ländlichen Gebieten.
  1. Verteilung von „Lito“, einem verzehrfertigen Vollkornmehl aus geröstetem Weizen, Mais und Sojabohnen durch die ländlichen Ernährungszentren der NYF an bedürftige Familien.
  1. Fahrtdienste mit einschließender Verpflegung (auch dies aus der Erdbebenhilfe bekannt) für Schwangere, Kinder und Kranke zum Krankenhaus und wieder zurück.

Für viele Kinder und Jugendlichen ist durch den Lockdown jeglicher Zugang zu Bildung auf Monate verschlossen. Auch in Nepal vertieft dies den Bildungsnachteil vor allem der Kinder und Jugendlichen der armen Bevölkerung. Hier unterstützt die NYF mit ihrem Bildungsprogramm

„Zugang zu Bildung“. Einrichtung von Satelllitenunterricht für Kinder in ländlichen Gemeinden.

Dieser Unterricht wird durchgeführt von mobilen Lehrern, die mit digitalen Geräten ausgestattet, ergänzt durch traditionelle Materialien, Unterrichtsinhalte an die Schulkinder vermitteln.

Ziel ist, 25 -30 Zentren zu betreiben und damit 1000 bis 1500 Schulkinder zu erreichen und damit zunächst für 2 Monate lang Bildung anzubieten.

Die (noch zu kaufenden), dabei verwendeten, Computer und Lerngeräte sollen nach Abschluss der Krise und Wiedereröffnung der Schulen, diesen zur Verfügung gestellt werden.

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